Über DECT

(DECT ist ein Akronym für Digital Enhanced Cordless Telephone-Standard)

Geschichte

DECT wurde im Jahr 1993 eingeführt, ein Jahr nach seinem Vorgänger CT2. Die Initiative dazu ging im Jahr 1985 von der Conférence Européenne des Administrations des Postes et des Télécommunications (CEPT) aus, während in Großbritannien mit CT2 und in Schweden mit CT3 erste Digitaltechnik für Schnurlostelefone entwickelt wurde. Im Herbst 1987 ließ das CEPT sich Prototypen vorführen, entschied sich im Januar 1988 aber für ein eigenes Konzept und übergab das Vorhaben an das neu gegründete ETSI, wo die Spezifikation bis Mitte des Jahres 1991 ausgearbeitet und im März 1992 nach Anhörung der Öffentlichkeit verabschiedet wurde.  Schon im Winter 1989/1990 beschloss die CEPT, europaweit das Frequenzband von 1880 bis 1900 MHz für DECT vorzusehen. Im Juni 1991 wies der Rat der Europäischen Union alle Mitgliedsstaaten an, spätestens ab Neujahr 1992 dieses Frequenzband für DECT zu schützen, um bis zum Jahresende 1992 die Einführung von DECT zu gewährleisten. Im Sommer 1994 folgte die Empfehlung der CEPT, europaweit keine Lizenz für den Betrieb von DECT in diesem Frequenzband zu verlangen. In anderen Regionen wurden andere Frequenzbänder für DECT gewählt, die teilweise eine Lizenz erfordern. In Deutschland erlosch zum Jahr 2009 die Betriebserlaubnis anderer Schnurlostelefone, weil deren Frequenzbänder anderweitig vergeben wurden. Die Bundesnetzagentur hat die Allgemeinzuteilung für DECT bis 31. Dezember 2025 verlängert.

Globalisierung des DECT-Standard

Mit steigendem Erfolg wurde der DECT-Standard weltweit zunehmend bekannter, so dass weitere Regionen DECT einführten. Hierbei wurden die Frequenzbereiche den lokalen Gegebenheiten entsprechend lizenziert.

Einsatzgebiete

DECT arbeitet grundsätzlich verbindungsorientiert und ist primär für sogenannte picozellulare Telefonie innerhalb von Gebäuden ausgelegt, in denen eine Reichweite bzw. ein Zellradius von 30 bis 50 Metern erreicht werden kann; im Freien sind Übertragungsstrecken von 300 Metern möglich. Die maximal erlaubte Ausgangsleistung beträgt 250 mW.

DECT benutzt unterhalb 2,45 GHz andere Frequenzbereiche als WLAN, Bluetooth etc. und stört daher bei ausreichender Störfestigkeit diese Netzwerke nicht. Zur Sprachübertragung kommt der G.726-Codec zum Einsatz, der hier eine Bitrate von 32 kbit/s nutzt und den DECT-Handsets exzellente Sprachqualität ermöglicht.

Mobilitätseigenschaften

DECT unterstützt kurzzeitige Mobilität mit spezifizierter Qualität und guter Verständlichkeit. Der Wechsel der Basisstation innerhalb eines mehrzelligen Funknetzes erfolgt durch Weiterleiten an eine andere Zelle (automatisches Handover) und langfristige Mobilität wird durch Einbuchen in ein fremdes Netz (automatisches Roaming) erreicht. Ersatzweise erfolgt manuelles Einbuchen an einer anderen Basisstation oder in einem anderen Basisnetzwerk. Diese Mobilitätseigenschaften sind nicht vollständig standardisiert und erfordern typbedingt entsprechende Vorkehrungen in den Endgeräten oder manuelle Einstellungen.

Externe Antennen

In manchen Fällen kann durch verschiedene Faktoren eine umfassende Funkabdeckung nur schwer erreicht werden, wie etwa in Gebieten mit großen Mengen an Flüssigkeiten, bei Stahlbeton oder in Aufzugschächten. In diesen Fällen können Richtantennen Bei Verzicht auf Mobilität kann in Verbindung mit einer Richtantenne oder bei eingeschränkter Mobilität im Nahbereich mit Repeatern eine Strecke von mehreren Kilometern überbrückt werden.

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